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Das Wort Zeitung war ursprünglich der Begriff für die beliebige Nachricht, veränderte sich jedoch während des 17. und 18. Jahrhunderts in seiner Bedeutung und wurde zu einem Nachrichtenblatt. Die Erfindung des Druckens mit metallischen Lettern kann als eines der bedeutendsten Ereignisse der Weltgeschichte betrachtet werden. Der Erfinder des Buchdrucks, Johannes Gutenberg ist Vater einer Medienrevolution immensem Einfluss auf die politische, gesellschaftliche und technisch-wirtschaftliche Entwicklung aller Kulturnationen dieser Erde. Mit dem von Gutenberg erfundenen Druckverfahren ließen sich erstmals Ideen und Erfahrungen durch mechanische Vervielfältigung beliebig oft zu Papier bringen und über große Distanzen hinweg einem stetig wachsenden Publikum vermitteln. Im Jahr 2005 feierte die Zeitung ihren 400. Geburtstag. 1605 erschien in Straßburg in deutscher Sprache die erste Zeitung der Welt, der schnell Zeitungsgründungen in allen größeren deutschen Städten folgten. Im Unterschied zu zur Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks lässt sich aus heutiger Sicht recht genau datieren, wann das Massenmedium Zeitung entstand. Im Sommer 1605 entschloß sich der Straßburger Nachrichtenhändler Johann Carolus, seine bis dahin handschriftlichen Zusammenfassungen des politischen Geschehens fortan in wöchentlicher Folge regelmäßig zu drucken. Die älteste erhaltene Ausgabe dieser Zeitung stammt aus dem Jahre 1609. Im späten 15. Jahrhundert waren im Druckmarkt Einblattdrucke aufgekommen, dabei handelte es sich um mit Holzschnitten illustrierte, einseitig bedruckte Zettel. Neben den Flugblättern sind ab dem 15. Jahrhundert auch sogenannte Flugschriften nachweisbar, diese bemühten sich meist um Objektivität und fundierte Nachrichten. Sehr bekannt sind die Fuggerzeitungen aus den Jahren 1568-1605, eine Sammlung von handschriftlichen Nachrichten ("Zeitungen"), die das Augsburger Handelshaus Fugger aus seiner Korrespondenz und anderen Quellen zusammenstellen ließ. In Leipzig erschien im Jahr 1650 mit den Einkommenden Zeitungen zum ersten Mal eine Tageszeitung mit sechs Ausgaben pro Woche. Die älteste noch erscheinende Zeitung ist die in Schweden erscheinende Post-och Inrikes Tidningar, die seit dem Jahr 1645 gedruckt wird. Ein Ausnahme blieb in füheren Zeiten die Tageszeitung, eine interessante Funktion gewann sie vor dem 19. Jahrhundert mit der seit 1702 in London erscheinenden Daily Courant. Das Zeitungsblatt übernam damals die Funktionen des Veranstaltungskalenders der Großstadt. Vor der Erfindung des Radios, erschienen Verlagsobjekte aus verschiedenen deutschen Verlagen teilweise viermal am Tag: Morgenausgabe, Mittagsausgabe, Abendausgabe, Nachtausgabe. Die reiche Zeitungskultur der Zwanziger Jahre wurde neben den Neuen Medien "Radio" und "Fernsehen" in Deutschland auch durch Konzentrationsprozesse (Hugenberg-Konzern) und so genannte Arisierungen während der Zeit des Nationalsozialismus abgelöst. Seit Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts ergänzen viele Zeitungsverlage ihre gedruckten Ausgaben durch Internet-Präsenzen. Bis heute behauptet die Zeitung ihren Rang als beliebtester Lesestoff. Sie besaß bis zum Aufkommen des Rundfunks weit über drei Jahrhunderte das Monopol, über alle aktuellen Geschehnisse und Entwicklungen in Staat und Gesellschaft zuerst zu informieren. Somit hat die Zeitung das Weltbild von Generationen nachhaltig beeinflusst. Dabei hat sie das Ideengut der Aufklärung und der Demokratie verbreitet, sich aber auch von Despoten und Diktaturen in den Dienst nehmen lassen. Die Zeitung bietet mit vielen Stärken und Schwächen facettereichen Stoff für eine spannende Präsentation ihrer Geschichte.
Nachfolgend sehen Sie eine Auflistung mit den Erscheinungsjahren verschiedener Zeitungen und Zeitschriften. Die Auflistung erhebt jedoch keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit: 1605 | Relation ("Relation aller fürnemmen und gedenckwürdigen Historien") (Straßburg); damit kann das damalige Deutschland als Ursprungsland der Zeitung angesehen werden. | 1650 | Einkommenden Zeitungen von Timotheus Ritzsch | 1703 | Wiener Zeitung | 1765 | Allgemeine Deutsche Bibliothek, gegründet von Friedrich Nicolai - eine der wichtigsten Zeitschriften der deutschsprachigen Aufklärung | 1780 | Zürcher Zeitung | 1795 | Friedrich Schiller gründet die Monatsschrift Die Horen. | 1832 | Historisch-politische Zeitschrift - Herausgeber ist Leopold von Ranke | 1837 | Allgemeine Zeitung des Judenthums | 1848 | Neue Rheinische Zeitung, (bis 1849), Chefredakteur: Karl Marx | 1856 | Frankfurter Zeitung - erschien bis 1943 | 1876 | Vorwärts, Parteizeitung der SPD | 1911 | Die Vossische Zeitung, erschien bis 31. März 1934 | 1918 | Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gründen Die Rote Fahne | 1920 | Die NSDAP kauft die Wochenzeitung | 1920 | Völkischer Beobachter. Die Zeitung erscheint ab 1923 täglich | 1935 | Das schwarze Korps - Zeitschrift der SS - erschien bis 1945 | 1940 | Das Reich - nationalsozial. Wochenzeitung | 1945 | Frankfurter Rundschau | 1945 | Süddeutsche Zeitung - Tageszeitung | 1946 | Die Zeit, Neues Deutschland | 1947 | Der Spiegel | 1948 | Stern | 1949 | Frankfurter Allgemeine Zeitung | 1952 | Bild-Zeitung | 1972 | deutschsprachige Ausgabe der Zeitschrift Playboy | 1993 | Focus | 1996 | Computer Bild | 2000 | Financial Times Deutschland |
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